CocoRosieTales Of A Grass Widow

von Wolfgang Merx · 17.05.2013



Manche Alben hört man rauf und runter und wundert sich dabei immer wieder, wie hinfällig Genrebezeichnungen für sie sind. CocoRosies neues Album »Tales Of A Grass Widow« ist eines davon. Was die beiden amerikanischen Schwestern Bianca „Coco“ und Sierra „Rosie“ Casady mit ihrem fünften Album vorlegen, ist eine so großartige Mischung aus so vielen verschiedenen Stilen und einzelnen Elementen, dass man ein Essay schreiben müsste, um alles analysieren zu können.

In den elf bzw. zwölf Stücken (wenn man den hidden track am Ende des Albums dazuzählt) bauen die Schwestern ihre eigene Klangwelt auf, die zwar durch und durch eingängig und poppig ist, aber mit unheimlich vielen Details aufwartet, die sich erst nach mehreren Hördurchgängen erschließen. Ob es nun funkige Synth-Basslines, glitches, noise, opernhafte Chöre, fast kindlich wirkendes Glockenspiel oder auch trip-hop-Rhythmen sein mögen – es wird alles so virtuos und doch simpel vermischt. Dabei geht es überhaupt nicht verkopft zu, was zeigt, dass auch eher experimentelle Musik radiotauglich sein kann.

Bei all den eingesetzten Instrumenten überzeugt auch die Produktion mit einer Klarheit, die vielen Alben heutzutage fehlt. Allen Instrumenten wird genügend Raum zur Entfaltung gegeben und dennoch wirkt die Musik kompakt. Selbst wenn die Elemente so vielfältig sind, geht es letztlich doch um die Songs, und die bleiben bei CocoRosie glücklicherweise nicht im Schatten der Kunst – sie werden Kunst!

Es gibt hier wirklich nichts, was ich zu bemängeln hätte. Man muss sich zwar einhören, um die Musik gewissermaßen zu entwirren und alle Feinheiten zu erfassen, aber das macht gute und interessante Musik auch aus. So hat CocoRosie mit »Tales Of A Grass Widow« einfach alles richtig gemacht!

24.05.13 Berlin - Huxley’s
25.05.13 Hamburg - Übel & Gefährlich
31.05.13 Mannheim - Maifield Derby
01.06.13 München - Alte Kongresshalle
21.06.13 Erlangen - E-Werk
22.06.13 Duisburg - Traumzeit Festival
23.06.13 Leipzig - UT Connewitz


VÖ: 24.05.2013, City Slang

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